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Verbreitung:
Endemisch im Kimboza Forest Reserve (Uluguru-Mountains), Tansania, einem 385 ha großen Schutzgebiet auf 180- 500 m Höhe.
Beschreibung:
Männchen von Lygodactylus williamsi erreichen eine Gesamtlänge von 8 cm, Weibchen bleiben geringfügig kleiner. Es handelt sich bei dieser Art um einen der schönsten Vertreter seiner Gattung. Beide Geschlechter ziert ein schwarzes Band von der Schnauze durch die Augen bis zum Hals. Auf dem Kopf verläuft eine zweite, V-förmige Linie parallel zur ersten. Dorsal über den Vorderbeinen befindet sich ein aus mehreren Punkten zusammengesetzter Fleck. Die Grundfarbe der Männchen ist ein leuchtendes blau, welches sich über den ganzen Körper bis zur Schwanzspitze zieht. Ventral sind sie orange gefärbt und die Kehle deutlich schwarz. Zwischen den Hinterbeinen befinden sich beim Männchen 7 Präanalporen. Weiterhin sind diese an einer verdickten Schwanzwurzel zu erkennen. Die Weibchen sind golden gefärbt. Zum Bauch hin geht das Gold ins blau-grüne über. Ventral sind sie hellgelb und die Kehle ist grünlich mit einem verwaschenen, dunklen Muster. Jungtiere sehen bis zur Geschlechtsreife aus wie Weibchen, sind jedoch relativ früh an den Präanalporen zu erkennen. Wie alle Arten der Gattung Lygodactylus verfügt Lygodactylus williamsi über Haftlamellen sowohl an den Zehen, als auch an der Schwanzspitze und ist zur Autotomie des Schwanzes befähigt.
Lebensräume:
Beim Kimbosa Forest handelt es sich um einen weitestgehend natürlichen Tieflandregenwald mit einem Kronendach in 20 m Höhe. Dieses wird teilweise von emergent trees mit einer Höhe von bis zu 40 m durchbrochen. Epiphyten sind in Form von großen Farnen (Platycerium spp., Davallia spp., Asplenium nidus) und Orchideen der Gattungen Aerangis, Angraecum und Bulbophyllum vorhanden. Entlang von Bächen und Quellen gibt es ausgedehnte Bestände von Pandanus cf. englerii , an deren Stämmen Lygodactylus williamsi vorkommt.
Das Klima ist ozeanisch geprägt (geringe Tag/Nacht Schwankungen). Die Temperaturen erreichen im Dezember einen Durchschnitt von 28 °C, während sie in der Zeit von Mai bis August
niedriger sind (Durchschnitt im Juli: 23,5 °C). Die jährliche Niederschlagsmenge ist mit 1683 mm recht hoch. Eine Trockenzeit ist von Juni bis August zu verzeichnen.
Haltung und Zucht:
Aufgrund seiner geringen Größe ist Lygodactylus williamsi bereits sehr gut in Terrarien ab einer Größe von 25x 40x 40 cm (L x B x H) zu halten. Die Seitenwände sind mit Naturkorkplatten verkleidet, an denen kleinbleibende Orchideen der Gattungen Bulbophyllum, Angraecum und Aerangis befestigt werden können. Der Bodengrund besteht aus einem Sand/Kokoshumus Gemisch, in das Sanseverien direkt eingepflanzt sind. Als Kletteräste dienen Stängelsegmente von Reynoutria japonica sowie Korkeichenäste. Lygodactylus williamsi hält sich gerne auf der rauhen Rinde des Korks auf. Ein Wasserschälchen und eines mit Kalk vervollständigen die Einrichtung des Terrariums.
Eine optimale Beleuchtung scheint von Vorteil zu sein, damit die Tiere ihre leuchtenden Farben behalten. Hierzu eignen sich T5- Röhren (LF 860) in Kombination mit Halogenspots. UV- abgebende Leuchtmittel wirken sich positiv auf das Wohlbefinden der Tiere aus. Die Leuchtstoffröhren erhitzen das Terrarium auf Temperaturen um 26 °C, unter den - über die Mittagszeit zugeschalteten - Halogenspots werden Temperaturen von 32- 34 °C erzielt. Nachts sinken die Temperaturen im Terrarium durch Ausschalten der Beleuchtung auf 22 °C ab. Tägliches Sprühen des Terrariums erhöht die Luftfeuchtigkeit auf Werte zwischen 70 und 80 %. Den natürlichen Bedingungen folgend, wäre eine kühlere Trockenzeit in den Monaten von Mai bis August optimal. Sollte dieses durch zu hohe sommerliche Außentemperaturen nicht möglich sein, kann man versuchen die Tiere an eine kühle, trockene Phase im Winter zu gewöhnen.
Lygodactylus williamsi wird 2- 3 x pro Woche mit Arthropoden in geeigneter Größe gefüttert. Alle Futtertiere werden abwechselnd mit einem Vitamin/Mineralstoff Präparat, wie Korvimin ZVT+Reptil oder Herpetal und geriebener Sepiaschale bestäubt. Weiterhin wird gerne Fruchtbrei in den Geschmacksrichtungen Pfirsich/Maracuja oder Banane geleckt.
Die Weibchen von Lygodactylus williamsi kleben in der Fortpflanzungsperiode, etwa alle 4 Wochen, ein Doppelgelege an die Einrichtung. Sofern möglich, sollten die Eier zur besseren Kontrolle in einen Inkubator überführt werden, obwohl die Eltern den Jungtieren nicht gezielt nachstellen sollen. Bei einer Inkubationstemperatur von 27 °C schlüpfen die Jungtiere nach 61- 68 Tagen mit einer Gesamtlänge von 2,6 - 2,9 cm.
Ein importiertes Jungtier konnte erfolgreich, in einer umgebauten 1.3 l Vorratsdose, aufgezogen werden. Gefüttert wurde mit bestäubten Grillen in geeigneter Größe und kleinen Wachsmottenlarven. Die Einrichtung bestand aus Bambusstangen und einer kleinen Rankpflanze (Pellionia pulchra). Beleuchtet wurde 12 Stunden täglich durch eine aufliegende T5- Röhre (HE, LF 840) und zusätzlich wurde über Mittag eine UV-Leuchte für 2 Stunden zugeschaltet. Unter diesen Bedingungen erreicht Lygodactylus williamsi die Geschlechtsreife nach etwa 10 Monaten.
Lygodactylus williamsi ist eine einfach zu pflegende Art, die im Terrarium äußerst zutraulich wird und durch ihr neugieriges Wesen einen sehr interessanten Pflegling darstellt. Wegen ihres extrem kleinen natürlichen Verbreitungsgebietes und den vermutlich hohen Exportzahlen ist die Wildpopulation als stark bedroht zu betrachten. Aus diesem Grund sollten sich nur erfahrene (Gecko-)Halter dieser Art widmen und die Nachzucht sollte oberstes Gebot sein!
Text und Fotos: Dennis Hluschi, Leipzig |
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