Sphaerodactylus notatus


(BAIRD, 1859)


Verbreitung:


Sphaerodactylus notatus kommt auf den Bahamas (Bimini, Andros, New Providence, Eleuthera, Long Island), in Kuba (Las Tunas, Granma, Holguín, Santiago de Cuba, Guantánamo, Isla de la Juventud), Honduras (Little Swan Island), Hispaniola, Florida und Kolumbien vor. Die Unterart Sphaerodactylus notatus amaurus ist auf den Bahamas (Great Bahama Bank, Cat Island und San Salvador Island) zu finden. Sphaerodactylus notatus atactus bewohnt Kuba und ist wahrscheinlich nach Great Inagua Island (Bahamas) verschleppt worden. Weiterhin kommt Sphaerodactylus notatus exsul auf Little Swan Island (Honduras) und Sphaerodactylus notatus peltastes auf der Little Bahama Bank vor.

Beschreibung:


Bei der abgebildeten und beschriebenen Unterart handelt es sich um Sphaerodactylus notatus atactus aus Kuba.
Die Geckos erreichen eine Gesamtlänge von maximal 5,5 cm, wovon etwa die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Die Schuppen sind dorsal relativ groß, stark gekielt und dachziegelartig angeordnet. Der Kopf von Sphaerodactylus notatus ist weniger spitz, verglichen mit anderen Vertretern der Gattung.
Beide Geschlechter sind in der Grundfarbe braun, welches zum Schwanz hin ins Gelbe verläuft. Von der Schnauzenspitze verlaufen seitlich durch die Augen sowie mittig auf dem Kopf schwarze Streifen, die im ersten Drittel des Körpers in die Grundfarbe übergehen. Der Körper ist mit dunkelbraunen Schuppen gesprenkelt. Die Kopffärbung ist individuell stark verschieden. Es kommen sowohl Tiere mit stark kontrastierter Zeichnung vor, als auch solche bei denen nahezu sämtliche Musterung fehlt. Auch Exemplare mit gelben oder gar weißen Köpfen sind bekannt. Weibchen haben oft mittig auf dem Hinterkopf zwei Ocellen. Diese können allerdings auch fehlen. Ventral ist Sphaerodactylus notatus hellbraun gefärbt und die Kehle ist fast weiß.
Jungtiere zeigen dieselbe Färbung wie die Adulten, allerdings ist diese noch deutlich kontrastreicher. Auffällig ist weiterhin eine weiße Schwanzspitze, die sich jedoch im Alter von einem halben Jahr verliert.

Lebensräume:


Sphaerodactylus notatus ist als Bodenbewohner in der Laubstreu sowie unter Steinen, Totholz und Pflanzenteilen zu finden. Das Mikrohabitat muss leicht feucht sein, daher sind die Geckos bevorzugt an halbschattigen Plätzen zu finden, weniger an ganztägig sonnenexponierten Stellen. Die Eier von Sphaerodactylus notatus konnten nur an erhöhten Positionen, in Baumstümpfen und unter lockerer Rinde von Bäumen bis in Höhen von etwa einem Meter gefunden werden. Hier scheinen die Temperaturen und der Schutz für die Eier optimaler zu sein.
In der Provinz Holguín konnte im selben Habitat Sphaerodactylus nigropunctatus granti nachgewiesen werden, in der Provinz Santiago de Cuba kommt Sphaerodactylus notatus syntop mit Sphaerdactylus torrei vor.

Haltung und Zucht:


Sphaerodactylus notatus kann bereits in kleinen Terrarien ab einer Kantenlänge von 20 cm problemlos gehalten werden. Eine paarweise Haltung ist anzuraten, da selbst die Weibchen untereinander äußerst agressiv sein können. Eine gemeinsame Haltung mit einer verschieden gefärbten Sphaerodactylus-Art (z. B. Sphaerodactylus torrei oder Sphaerodactylus nigropunctatus) ist hingegen problemlos möglich.
Das Terrarium wird mittels einer aufliegenden Leuchtstoffröhre (T5, LF 840) 12 Stunden täglich beleuchtet und gleichzeitig auf Temperaturen von 26-28 °C erwärmt. Spotstrahler sind bei der Haltung überflüssig und könnten das Terrarium sogar überhitzen! Die Einrichtung des Terrariums besteht aus einem Kokoshumus-Sand- Gemisch als Bodengrund mit einigen flach aufliegenden Rindenstücken und Laub zum verstecken. Aufrecht stehende Rindenstücke dienen als zusätzliche Lauffläche und zur Eiablage. Weiterhin sollten eine kleine Wasserschale und ein Schälchen mit Kalk nicht fehlen.
Um eine relative Luftfeuchtigkeit von 70 % zu erreichen und den Bodengrund leicht (!) feucht zu halten, sollte die Einrichtung täglich besprüht werden. Gefüttert wird zwei Mal wöchentlich mit kleinen Grillen, weißen Asseln, Springschwänzen sowie Wachsmotten und deren Larven.
Die Weibchen von Sphaerodactylus notatus legen in der Fortpflanzungszeit etwa alle drei Wochen ein Einzelei an einem geeigneten Ort, etwa in Rindenspalten oder unter Laub, ab. Die adulten Tiere scheinen ihren Jungtieren nicht nachzustellen. Sofern es möglich ist, sollten die Eier trotzdem - zur besseren Kontrolle - entnommen und in einen Inkubator überführt werden. Bei Temperaturen von 26 °C schlüpfen die Jungtiere nach etwa 70 Tagen mit einer Gesamtlänge um 2,2 cm. Diese können entweder bei den Alttieren oder in kleinen Gruppen in umgebauten 1.3 l Haushaltsdosen aufgezogen werden. Es muss jeweils auf eine ausreichende Dichte von Kleinstfutter, wie Springschwänzen und Mikrogrillen geachtet werden. Mit einem halben Jahr sind die Tiere bereits ausgewachsen und können zur weiteren Zucht verpaart werden.
Um den Weibchen eine Legepause zu ermöglichen ist es angebracht auch bei dieser Art eine Winterruhe von etwa 3 Monaten bei reduzierter Beleuchtungsdauer und niedrigeren Temperaturen eingehalten werden.
Sphaerodactylus notatus ist ein leicht zu haltender Pflegling, der durch seine schleichende Fortbewegung und seine hübsche Zeichnung begeistert. Morgens und abends sind die Tiere meistens auf Futtersuche zu beobachten. Weiterhin sind sie sehr gut mit anderen Sphaerodactylus- Arten zu vergesellschaften. Es handelt sich um einen empfehlenswerten Pflegling, den ich nicht mehr in meinem Bestand missen möchte!

Text: Dennis Hluschi, Leipzig

Fotos: Dennis Hluschi, Leipzig und Peter Baldamus, Pirna

Sphaerodactylus notatus (Male)

Sphaerodactylus notatus (Female)

Sphaerodactylus notatus (Juvenile)

Sphaerodactylus notatus (Juvenile)

Sphaerodactylus notatus (Male ventral)

Sphaerodactylus notatus (Female ventral)

Sphaerodactylus notatus (Fighting Females)

Sphaerodactylus notatus (Egg in Biotope)

Sphaerodactylus notatus (Biotope)